Denken Sie langfristig immer in wahren Werten.

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Zinsstruktur, Verbraucherpreisinflation und Realverzinsung: Die Renditen der Bundeswertpapiere fallen langfristig betrachtet seit etwa 1980. Die Inflation, genauer Preissteigerung, wurde aus dem Verbraucherpreisindex des statistischen Bundesamtes ermittelt. Die Realverzinsung ergibt sich als Differenz zwischen der Rendite für 1 Jahr und der Inflation; im Bild wurden nochmals pauschal 2% abgezogen und damit der Tatsache Rechnung getragen, dass die offizielle Verbraucherpreisinflation die tatsächlichen Preissteigerungen im allgemeinen unterschätzt.
Ist die Realverzinsung negativ, so spricht dies für erhebliches Probleme im System. Bedeutet eine negative Realverzinsung doch, dass man real betrachtet noch Geld dafür bekommt, wenn man sich Geld leiht. Man zahlt als Schuldner dann real betrachtet keinen Zins mehr, sondern man erhält zu dem geliehenen Geld noch Zins oben drauf. Der Sparer hingegen ist der Verlierer, er verliert trotz Zinszahlung real an Wert (Kaufkraft). Sparen und Vorsorgen in Geld wird damit sinnlos. Um zumindest die Chance auf eine reale Werterhaltung zu erhalten, muss der Sparer daher in spekulativere Anlagen wechseln, Spekulationsblasen und am Ende die Flucht in Sachwerte sind die Folge. Dieser absurde Zustand, der durch die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken verursacht wird, ist langfristig natürlich nicht haltbar und führt auf längere Sicht zu Instabilitäten des Systems und am Ende zu dessen Zerstörung (Hyperinflation).
In den letzten Jahren ist die Realverzinsung durchweg im negativen Bereich, das Finanzsystem wird hierdurch zunehmend destabilisiert. Seit 2014 gesellt sich zu den negativen Realzinsen nun zudem das Phänomen negativer Nominalzinsen. Konkret bedeutet dies letztlich, dass der Staat als Schuldner überhaupt keine Zinsen mehr bezahlt und zudem von 100 geliehenen Euro am Ende der Laufzeit nur beispielsweise 98 Euro zurückbezahlen muss. Man muss keine Finanzmathematik studiert haben, um zu erkennen, dass dies eine unglaubliche Perversion unseres Finanzsystems darstellt und alles andere als nachhaltig ist. Limitierungen von Bargeldzahlungen, die Abschaffung der 500 Euro-Banknote und ähnliche Diskussionen begleiten diese Entwicklung, denn Bargeld erlaubt es unter anderem, einer denkbaren, negativen Guthabenverzinsung auf dem Bankkonto zu entfliehen. Bargeld ist Freiheit.

Ich weiß nicht, ob der Wechsel mit einem Knall oder einem Wimmern kommt, ob früher oder später. Aber wie die Dinge stehen, ist es sehr viel wahrscheinlicher, dass es eine Finanzkrise sein wird, die den Wechsel erzwingen wird, viel wahrscheinlicher als politische Weitsicht.

Wenn der Staat Pleite macht, geht natürlich nicht der Staat Pleite sondern seine Bürger.

Wenn früher böse Buben Frösche mit einem Strohhalm aufgeblasen und zum Platzen gebracht haben, nannte man das Tierquälerei. Wenn heute Zentralbanken und Regierungen dasselbe mit ganzen Volkswirtschaften machen, nennt man das moderne Geld- und Konjunkturpolitik.

Mitten im ausgelassenen Sommertagsfest beginnen die Feinfühligen zu frösteln.

Ich habe zweimal in meinem Leben erlebt, dass der Zins unter zwei Prozent ging und jedes Mal hat es Krieg gegeben.